© 2022 Gemeinsam für Berlin e.V. | Selbstverständnis | Impressum

Startseite     Netzwerk     Kirchen & Gemeinden    Unternehmen    Nachrichten   

Christen in Berlin
Aktuelles

Zwischen Brautkleidern und Hochzeitsautos: Die Kirchen präsentieren sich auf den Berliner Hochzeitstagen
(Beitrag vom 13.01.2004)

Zwischen Brautkleidern und Hochzeitsautos: Die Kirchen präsentieren sich auf den Berliner Hochzeitstagen

Der Ansturm der Heiratswilligen hielt sich in Grenzen - doch für die beiden großen Kirchen waren die Berliner Hochzeitstage, die am vergangenen Wochenende in den Messehallen unter dem Funkturm stattfanden, trotzdem ein voller Erfolg. Zwischen Trauring-Studios und Limousinen-Services verteilten evangelische und katholische Pfarrer Infomaterial und beantworteten Fragen zur kirchlichen Trauung. Zum Beispiel die von Sandra Blücher aus Neukölln: „Darf ich als Evangelische denn einen Katholiken heiraten?“

Am 21. Mai will sie heiraten, möglichst in der Kirche - zum Glück konnte Superintendent i. R. Joachim Hoffmann ihr versichern, daß es dabei keine großen Schwierigkeiten gibt. Doch nicht immer waren es Standardfragen, die die Seelsorger am kirchlichen Messestand hörten: „Mich hat eine geschiedene Katholikin gefragt, ob sie wieder heiraten dürfe“, berichtete etwa der katholische Diakon Joachim Kleene. Eine Frage, die nicht ohne weiteres zu beantworten ist, denn nach katholischem Kirchenrecht dürfen Ehen nicht geschieden werden. Der Diakon verwies die Fragende an die Rechtsabteilung des katholischen Konsistoriums - ein Antrag auf Eheannulierung könnte helfen, sofern die Antragstellerin glaubwürdig erklären kann, dass am Hochzeitstag „der rechte Ehewillen“ fehlte.

Das große Ziel der Kirchenleute: Sich den „Randsiedlern“ wieder ins Gedächtnis bringen. „Mit dem Stand wenden wir uns in erster Linie an Menschen, die keinen Kontakt mehr zu einer Kirchengemeinde haben“, erklärt Pfarrer Christian Wossidlo, der ebenfalls am Stand zu treffen war. „Wer ein aktives Gemeindeglied ist, wird ohnehin zunächst bei seinem Pfarrer nachfragen.“ Ob es so freilich zu einer kirchlichen Trauung oder gar zu einer aktiveren Beteiligung der Menschen am Gemeindeleben kommt, muß sich in den Gemeinden vor Ort entscheiden - denn gegen einen bärbeißigen Pfarrer, eine von sich selbst überzeugte Kirchengemeinde oder einen auf Dauerbetrieb geschalteten Anrufbeantworter kann auch der beste Messestand nichts ausrichten.

Benjamin Lassiwe

Webseite vorschlagen    Sponsoring    Kleinanzeige aufgeben    RSS    Login    Datenschutz    Impressum & Kontakt