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Scheidung statt Hochzeit: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die Luisengemeinde sind wieder selbständig
(Beitrag vom 20.07.2004)

Scheidung statt Hochzeit: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die Luisengemeinde sind wieder selbständig

Dass Kirchengemeinden fusionieren, ist in Zeiten knapper Kassen nichts ungewöhnliches. Dass fusionierte Kirchengemeinden wieder auseinandergehen, dagegen schon.

Genau das aber ist zum ersten Juli im Berliner Kirchenkreis Charlottenburg geschehen. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die Luisen-Kirchengemeinde sind wieder selbständig. Die 1998 begonnene Fusion wurde vom Gemeindekirchenrat zum 1. Juli einvernehmlich und im Guten rückgängig gemacht.

„Als wir zusammengegangen sind, haben wir gehofft, Synergieeffekte zwischen den Gemeinden ausnutzen zu können“, sagt Pfarrer Stephan Kunkel aus der Luisengemeinde. Das sei in der Folge auch manchmal geschehen. Oft aber habe sich gezeigt, dass die Gemeinden eben doch nicht so gut zueinander passen, wie man es einst vermutet hatte. „Vor allem wurde die Gemeinde mit drei Predigtstätten einfach zu groß.“ Und durch die Sonderstellung der Gedächtniskirche als eine der bekanntesten Kirchen Berlins nahmen Themen rund um dieses Gotteshaus besonders viel Raum im Gemeindekirchenrat ein, mehr als die anderen Gemeindebezirke, Luisen und Alt-Lietzow, verkraften konnten.

Die Gemeinde entschied sich, lieber wieder auseinander zu gehen - auch wenn zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte, wie ungünstig der erste Juli als Zeitpunkt dafür werden sollte. Denn der das Gemeindeleben in der Luisenkirche prägende Pfarrer Bernd-Jürgen Hamann starb kurz vor diesem Datum während einer Autofahrt, und die ebenso prägend wirkende Pfarrerin der Gedächtniskirche, Sylvia von Kekulé, verließ die Gemeinde, um nach Hermsdorf zu gehen.

Beide Gemeinden müssen nun erst Recht überlegen, wie es künftig weitergehen soll. „In der Luisenkirche wird es aber selbstverständlich auch weiterhin die Rockmessen und Focus-Gottesdienste von Pfarrer Hamann geben“, betont Pfarrer Stephan Kunkel. Und auch der aus dem Ruhestand zurückgerufene Pfarrer Knut Soppa will an der Gedächtniskirche die Arbeit seiner stadtbekannten Kollegin fortsetzen. Ab August wird er Verstärkung erhalten: Dann wird Pfarrerin Karen Hollweg insbesondere die Kinder und Jugendarbeit der Gemeinde übernehmen.

Eine weitere Pfarrstelle soll mit Hilfe des Fördervereins der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche finanziert werden, wünscht sich Soppa. Ein Geistlicher alleine könne den Dienst an der wichtigsten Kirche der West-City schließlich gar nicht schaffen.

In manchen Dingen wird es daher auch in Zukunft eine Kooperation zwischen der Luisengemeinde und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche geben. „Wir haben es geprüft - und das, was funktioniert hat, führen wir weiter“, erklärt Pfarrer Kunkel.

Benjamin Lassiwe

Foto: © Land Berlin/Thie

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