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Bundesweite Unterschriftenaktion katholischer Kirchenzeitungen gegen Spätabtreibungen von behinderten Kindern
(Beitrag vom 19.01.2005)

Bundesweite Unterschriftenaktion katholischer Kirchenzeitungen gegen Spätabtreibungen von behinderten Kindern

Seit Jahren nimmt in Deutschland die Zahl der sogenannten Spätabtreibungen im Rahmen der medizinischen Indikation zu. Diese Spätabtreibungen sind besonders grausam, weil sie nach geltendem Recht bis unmittelbar vor der Geburt durchgeführt werden dürfen, d.h. zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kinder außerhalb des Mutterleibes bereits lebensfähig wären.

Die medizinische Indikation, die den Spätabtreibungen zugrunde liegt, wurde ursprünglich für solche Fälle eingeführt, in denen das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft akut bedroht ist. Daneben werden im Rahmen der medizinischen Indikation jedoch vermehrt Kinder abgetrieben, bei denen durch vorgeburtliche Diagnostik eine Behinderung befürchtet wird.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach parlamentarische Initiativen aus den Reihen der CDU/CSU, den Spätabtreibungen ein Riegel vorzuschieben. Alle diese Versuche scheiterten bislang am Widerstand der rot-grünen Mehrheit. Für die Regierungsparteien ist die momentane Gesetzeslage "nicht ergänzungsbedürftig". Für Unions-Fraktionsvize Maria Böhmer (CDU) steht die gegenwärtige Praxis im "krassen Gegensatz" zum Grundgesetz, wonach niemand wegen einer Behinderung diskriminiert werden dürfe.

Nun haben sich katholische Kirchenzeitungen von München bis Hamburg und von Leipzig bis Aachen in einer Aktion gegen Spätabtreibung zusammengeschlossen. Gemeinsam mit ihren Leserinnen und Lesern starteten die Zeitungen eine Unterschriftensammlung gegen diese "Selektion im Mutterleib".

Mit ihrer Unterschrift fordern die Leserinnen und Leser eine Gesetzesänderung, die Spätabtreibungen vermeiden hilft. „Die Geburt eines behinderten Kindes darf rechtlich nicht als Schaden gelten“, heißt es im Text der Unterschriftenliste. Deshalb müssten die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik "verantwortungsbewusst eingesetzt werden".

Dass mit der Aktion ausdrücklich nur gegen Spätabtreibungen Stellung bezogen werde, bedeute nicht, dass die Verantwortlichen andere Abtreibungen für weniger verwerflich hielten, erläuterte Generalvikar Karl Hillenbrand vom Bistum Würzburg. Bei jedem Schwangerschaftsabbruch werde menschliches Leben getötet. "Deshalb haben wir als Christen die Aufgabe, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass Abtreibungen verhindert und die betroffenen Mütter zu einem Leben mit dem Kind ermutigt werden."

Mitte Februar hat der Bundestag eine Anhörung zum Thema angesetzt. Kurz vorher sollen in Berlin die gesammelten Unterschriften aus allen beteiligten Diözesen überreicht werden.

An der Unterschriftensammlung beteiligen sich 17 Bistumszeitungen. Unterstützt wird die Aktion auch von vielen Lebensschützern - in Berlin etwa von der Lebensrechtsinitiative KALEB.

Die Unterschriftenliste kann hier aus dem Internet geladen und dann ausgefüllt an den Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg, Kürschnerhof 2, 97070 Würzburg, geschickt werden.

Informationen zum Thema gibt es auf der Homepage Tim-lebt.de.

Foto: "1000 Kreuze für das Leben" am 16. Oktober in Berlin (Bildrechte: Bundesverband Lebensrecht)

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