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Christen in Berlin
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Prominente Berliner unterstützen den Aufruf der Kirchen und jüdischen Gemeinde für Religion als Wahlpflichtfach
(Beitrag vom 04.04.2005)

Prominente Berliner unterstützen den Aufruf der Kirchen und jüdischen Gemeinde für Religion als Wahlpflichtfach

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Erzbistum Berlin und die Jüdische Gemeinde zu Berlin haben in einem gemeinsamen Aufruf ihrer Forderung Nachdruck verliehen, in Berlin Religionsunterricht als Wahlpflichtfach in der von der SPD/PDS-Koalition geplanten Fächergruppe mit Ethik/Philosophie einzuführen, und Schülerinnen, Schülern und Eltern an öffentlichen Schulen damit eine Wahlmöglichkeit zu bewahren.

In den Plänen der Koalition für einen verpflichtenden Werteunterricht sehen die Kirchen und die Jüdische Gemeinde den Versuch, die Religionsgemeinschaften aus den Schulen zu drängen. "Gegen diese bildungspolitische Verdrängung des Christentums aus der Schule erheben wir als Kirche unsere Stimme", so Bischof Wolfgang Huber in einem Appell zur Unterstützung dieses Anliegens. "Wir lassen es nicht zu, dass sich ein Staat, der zur religiösen Neutralität verpflichtet ist, selbst zum Wertemonopolisten erhebt."

Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes gehören neben den Vertretern der Kirchen und Jüdischen Gemeinde u.a. Bundespräsident Wolfgang Thierse, Joachim Gauck, Friede Springer (Axel-Springer-Verlag), Bernd Schiphorst (Hertha BSC), Rabbiner Walter Homolka (Abraham Geiger Kolleg, Uni Potsdam), Hans-Jürgen van Schewick (Richter am Bundesverwaltungsgericht) sowie Christian Meißner (Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU).

Am 9. April soll ein Bildungsparteitag der Berliner SPD über die Einführung eines verbindlichen Wertefachs für alle Schüler ohne Abwahlmöglichkeit zu Gunsten des Religionsunterrichts entscheiden, der weiterhin nur zusätzlich und freiwillig bleiben soll. Die PDS hat sich bereits für ein solches Modell entschieden.

Artikel 7 des Grundgesetzes legt fest, dass Religionsunterricht ordentliches Lehrfach an allen öffentlichen Schulen ist. Ausgenommen davon sind diejenigen Länder, die unter die "Bremer Klausel" fallen. Diese besagt, dass in diesen Ländern vor 1949 eine andere landesrechtliche Regelung bestanden haben muss. Darauf berief sich das Land Brandenburg und führte 1996 das staatliche Pflichtfach "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" (LER) ein.

In Berlin wird der Religionsunterricht von den Kirchen in Eigenverantwortung durchgeführt ("Berliner Modell") und ist kein ordentliches Unterrichtsfach der Schule. Diese Regelung geht auf einen politischen Kompromiss von 1945 zurück, nach dem Religionsunterricht "Sache der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften" ist. Deshalb erscheint der Religionsunterricht nicht auf dem Schulzeugnis.

Derzeit besuchen in Berlin rund 114.000 Schülerinnen und Schüler den evangelischen und katholischen Religionsunterricht.

Den Wortlaut des Aufrufs der Evangelischen Kirche, des Erzbistums und der Jüdischen Gemeinde sowie des Schreibens von Bischof Wolfgang Huber finden Sie auf der Homepage der EKBO.

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