© 2022 Gemeinsam für Berlin e.V. | Selbstverständnis | Impressum

Startseite     Netzwerk     Kirchen & Gemeinden    Unternehmen    Nachrichten   

Christen in Berlin
Aktuelles

Bischof Huber kritisiert Berliner Sozialisten: "Die PDS will die Freiheit von der Religion"
(Beitrag vom 17.05.2005)

Bischof Huber kritisiert Berliner Sozialisten:

In einem Debattenbeitrag für die PDS-nahe Tageszeitung Neues Deutschland nimmt Bischof Wolfgang Huber ausführlich Stellung zu den Intentionen der PDS im Streit um das geplante Wertefach an Berliner Schulen.

„Die Berliner Koalitionsparteien vertreten ganz klar eine
Minderheitenposition. Dabei geht die PDS voran. Denn sie will die Freiheit von der Religion; das versteht sie unter Religionsfreiheit. Sie bestätigt, was ich schon seit langem befürchtet habe.“

Bischof Huber kritisiert in dem Artikel unter anderem die Äußerung des Berliner Partei- und Fraktionsvorsitzenden der PDS, Stefan Liebich, der die Gewährleistung des Religionsunterrichts durch das Grundgesetz insgesamt in Frage stellt.

„Die Gewährleistung eines Grundrechts macht er davon abhängig, ob es nach seiner Einschätzung in die Zeit passt. Es geht ihm nicht nur um Berlin; es geht ihm auch nicht um den Werteunterricht für alle. Es geht ihm um die Freiheit von der Religion. Als Ziel des geplanten Werteunterrichts wird deshalb recht unverhohlen die Auflösung religiöser Bindungen ins Auge gefasst.“

Mit den Parteibeschlüssen zu einem staatlichen Einheitsfach in Werteerziehung ohne Abmeldemöglichkeit wird die Absicht verfolgt, den christlichen Religionsunterricht aus den öffentlichen Schulen zu entfernen, schreibt Bischof Huber.
„Die Art, in der dabei eine verbreitete Aversion gegen den Islam benutzt wird, stimmt zusätzlich traurig.“ Das habe allerdings nichts mit den Aufgaben des Staates zu tun. „Denn
der Staat verfügt nicht über die Religion seiner Bürgerinnen und Bürger. Es ist nicht seine Aufgabe, diese Religion zu ´relativieren´. Er hat notfalls inakzeptablen Konsequenzen aus religiösen Überzeugungen entgegenzutreten.“

Bischof Huber wendet sich auch gegen das häufig vorgebrachte Argument, dass die weitgehende Abwendung der Bevölkerung im Osten Deutschlands von der Kirche eine Abwendung vom Religionsunterricht begründe. „Allen ist
bekannt, dass dazu die Bildungspolitik der SED maßgeblich beigetragen hat. Ich kann es nicht als die Aufgabe demokratischer Politik ansehen, diese `Erfolge´ zu zementieren. Zudem aber wird christlicher
Religionsunterricht in großem Umfang von Schülerinnen und Schülern aus ´unkirchlichen´ Familie besucht. Der Staat verfehlt seine bildungspolitische Aufgabe, wenn er sie daran hindert.“

Bischof Wolfgang Huber weist zudem darauf hin, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung, sowohl im Osten Deutschlands als auch die Mehrheit der PDS-Wähler, sich für eine Wahlmöglichkeit zwischen Religionsunterricht
und Ethik ausspricht, wie es die Kirchen vorschlagen.

Der Beitrag im "Neuen Deutschland" erschien in der Ausgabe vom 13. Mai 2005.

(Foto: EKBO)

Webseite vorschlagen    Sponsoring    Kleinanzeige aufgeben    RSS    Login    Datenschutz    Impressum & Kontakt