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17. Juni 1953: Kirche rühmte sich der politischen Enthaltsamkeit
(Beitrag vom 13.06.2003)

17. Juni 1953: Kirche rühmte sich der politischen Enthaltsamkeit

Über die Schwierigkeiten der Evangelischen Kirche, den 17. Juni 1953 zum "Fanal deutscher Freiheitstradition" zu machen, berichtet der Kirchenhistoriker Gerhard Besier in einem Beitrag für die Tageszeitung "Die Welt". Eine solche Haltung könne man zwar nicht nur dem Protestantismus in der damaligen DDR vorwerfen, sondern auch anderen Einrichtungen. Die Evangelische Kirche rühmte sich allerdings "ihrer politischen Enthaltsamkeit", so der Direktor des Hannah-Arendt-Instituts in Dresden.

Besier untermauert sein Urteil mit einem Zitat aus den Akten des damaligen Berliner Generalsuperintendenten des Sprengels 2 (Berlin-Ost). Dort heißt es: "Die Evangelische Kirche hat alles getan, um eine politische Verschärfung der Gegensätze zu mildern. Bischöfe und andere leitende Geistliche haben sich in den letzten zehn Tagen, wo sie konnten, für Ruhe und Ordnung eingesetzt, weil es der Evangelischen Kirche ein großes Anliegen ist, dass die Menschen vor Unfrieden und Chaos bewahrt bleiben."

Zwar habe es vereinzelte Stimmen von Pfarrern und Gemeindegliedern gegeben, die der Aufforderung der Evangelischen Kirche, "sich von den Demonstrationen fernzuhalten", widersetzten und den Aufstand vom 17. Juni begrüßten, kirchenleitende Persönlichkeiten oder gar Bischöfe seien aber nicht darunter gewesen. In einigen Fällen habe die Evangelische Kirche demonstrierende Pfarrer nach Verbüßung ihrer Haftstrafen sogar in den Ruhestand versetzt.

Der Beitrag von Gerhard Besier erschien in der Tageszeitung "Die Welt" vom 13. Juni 2003

Foto: BSTU

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