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Diakonisches Werk startete Kampagne "Was ist Diakonie?" mit Festgottesdienst
(Beitrag vom 08.09.2005)

Diakonisches Werk startete Kampagne

Mit einem Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der von Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer und Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth gehalten wurde, ist am 04. September die Informations- und Motivationskampagne "Was ist Diakonie?" des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) eröffnet worden.

Susanne Kahl-Passoth schreibt in ihrem Editorial zum Hintergrund und zu den Zielen:

„Kennst Du uns?“ lautete 1953 die Frage auf einem Plakat des Gesamtverbandes der Berliner Inneren Mission, wie das Diakonische Werk damals hieß. Das Plakat hing an kirchlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln, in Schaufenstern. Mit ihm wollte die Diakonie damals auf den Ernst der sozialen Not und das dafür benötigte Geld aufmerksam machen, die Bevölkerung zu reichlichen Gaben bei der Straßensammlung motivieren. Der Lebensstandard vieler Menschen hatte sich in Verbindung mit dem wirtschaftlichen Aufschwung verbessert. In der Freude darüber wurden die noch immer existierenden sozialen Probleme leicht übersehen oder einfach ignoriert.

Heute, zweiundfünfzig Jahre später, formulieren wir die Frage anders, grundsätzlicher: „Was ist Diakonie?“ Die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche und der Freikirchen, lautet eine erste Antwort. Aber wer macht diese Arbeit, in welchen Feldern, wie wird sie bezahlt, wodurch unterscheiden sich diakonische Träger von anderen in ihrer Arbeit, warum ist Diakonie so wichtig für die Kirche? Diese und andere Fragen gilt es in den kommenden Monaten zu beantworten.

Viele Menschen in unseren Gemeinden kennen die Antworten auf diese Fragen auch nicht bzw. fühlen sich für diakonische Angebote nicht mehr zuständig: Das macht jetzt die Diakoniestation oder das Johannesstift oder die Stadtmission oder ...

Andere vertreten z.B. die Meinung, dass die diakonische Arbeit von der Kirche bezahlt wird, ein großer Irrtum. Bis auf einen Zuschuss für die Arbeit des Diakonischen Werkes, Kollekten, wird die gesamte Arbeit aus Mitteln öffentlicher Kassen bezahlt. Was hat dann aber die Diakonie noch mit Kirche zu tun? Viele Mitarbeitende in diakonischen Einrichtungen gehören nicht nur keiner christlichen Kirche an, sondern wissen auch kaum etwas über die Kirche, das Christentum.

Wenn sie in diakonischen Einrichtungen arbeiten, sollten sie zumindest mit den christlichen Grundlagen vertraut gemacht werden, verstehen lernen, worum es uns geht, was das diakonische Profil ausmacht. So richtet sich die Kampagne „Was ist Diakonie?“ im kommenden Jahr an uns selbst. Wir wollen uns auskunftsfähig machen gegenüber einer säkularisierten Gesellschaft, die nicht nur mit dem Begriff Diakonie, sondern vor allem mit den Grundlagen, Motiven dieser Arbeit nichts oder nur wenig anfangen kann.

Wir haben eine Materialmappe erstellt für Gemeinden, Kirchenkreise und diakonische Einrichtungen. Da sind Vorschläge für alle Altersgruppen, die unterschiedlichen Gruppierungen enthalten. Zum Beispiel Modelle für Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht, Gemeindeseminar oder auch der Vorschlag für einen Gottesdienst mit der Kirche fern stehenden Menschen.

„Wir öffnen Türen“ ist das Motto, unter das wir die Kampagne gestellt haben: Türen in Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen, zu Beratungsstellen, in Unterkünfte für Obdachlose, zu Wohnräumen für Menschen mit Behinderungen, in Kindertagesstätten, in Ausbildungsstätten für Jugendliche, um einige der Türen zu nennen. Zugleich wollen wir aber noch eine andere, für unsere Arbeit bedeutsame Tür öffnen, auf die wir in unserem Bild hinweisen wollen: das Kreuz im Hintergrund steht dafür als Symbol. Wer bei uns eintritt, kriegt mehr, denn wir Mitarbeitende in der Diakonie verstehen uns als Botschafterinnen und Botschafter der Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Wir wollen sehen und hören mit den Augen und Ohren Jesu Christi, der insbesondere zu denen gekommen ist, die diskriminiert, unter seelischen und körperlichen Schmerzen leiden. Mit Jesus Christus ist uns Menschen erfahrbar gemacht worden, wie Gott sich das Leben für uns Menschen vorstellt. Gewalt, Schmerz, Tod werden nicht das letzte Wort behalten, sondern eines Tages werden sich Gottes Vorstellungen von einem friedlichen und gerechten Zusammenleben verwirklicht haben. Hoffnung auf Zukunft, eine andere Zukunft, wollen wir mit unserer Arbeit verheißen.

In einem oder anderthalb Jahren soll sich die Kampagne dann nach außen, in unsere Gesellschaft hinein, richten, so dass jede und jeder erfahren kann, was Diakonie ist, uns und unsere Arbeit kennen lernen kann. Unter uns gibt es eine wachsende Not, die dringend darauf wartet, dass wir uns engagieren, dass man allgemein von unserer Arbeit Kenntnis nimmt und sie unterstützt.


Susanne Kahl-Passoth

Die Materialmappe, erstellt für Gemeinden, Kirchenkreise und diakonische Einrichtungen, ist in Kürze gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro (Staffelpreise) erhältlich.

Bestellt werden kann sie per E-Mail: mohrenweiser.h@dwbo.de oder per Telefon unter 030 / 820970

Weitere Informationen zur Diakonie-Kampagne erteilt gern:
Pfarrer Mathias Kaiser, Telefon 030 82097159

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