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EZW-Referent Andreas Fincke: Christliche und islamische Fundamentalisten gleichen sich
(Beitrag vom 21.10.2005)

EZW-Referent Andreas Fincke: Christliche und islamische Fundamentalisten gleichen sich

Auch im Christentum gibt es Fundamentalisten. Und oft stehen sie islamistischen Gruppen näher, als sie es selbst manchmal glauben wollen. Das erklärte der Referent für christliche Sondergemeinschaften der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Pfarrer Andreas Fincke, auf einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

Sondergemeinschaften wie etwa die Zeugen Jehovas oder die Bewegung um den ehemaligen freikirchlichen Prediger Horst Schaffranek verhielten sich anderen gegenüber so intolerant, "dass sie von allen abgelehnt werden, und diese Ablehnung dann als Wahrheitsbeweis für ihren Glauben deuten".

Oft könnten diese von Fincke als "christliche Fundamentalisten" bezeichneten Gruppierungen keine klaren Aussagen darüber treffen, für welches Weltbild sie eigentlich einträten. "Wogegen sie sind, wissen sie dagegen meist sehr genau: Nämlich gegen so gut wie alles", so der Referent. Ähnliche Verhaltensmuster seien auch aus dem islamischen Fundamentalismus bekannt.

Kritisch äußerte sich Fincke zu einem neuen Trend in der frommen Szene Deutschlands: den Schulverweigerern. Immer häufiger würden Fälle frommer Eltern bekannt, die ihren Kindern aus Glaubensgründen den Besuch einer öffentlichen Schule verbieten, sie aber auch nicht auf eine christliche Privatschule schicken. Sie zögen es vor, ihre Kinder illegal zu Hause zu unterrichten, obwohl auch für diese die allgemeine Schulpflicht gelte.

"Zweifellos gibt es Gründe, das Schulwesen in Deutschland kritisch zu sehen", so Fincke. Erschreckend sei jedoch der starke Dualismus, den es in diesen Familien gebe: Nur die eigene Familie sei gut, die Außenwelt dagegen böse. "Wenn diese Gruppen in Deutschland einen stärkeren Einfluss hätten, würden sie ganz sicher für eine völlige Gleichschaltung des Schulsystems eintreten", so Fincke. Dabei hätten auch die Kinder frommer Eltern ein Recht auf die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit.

Benjamin Lassiwe

Der Beitrag erschien zuerst in der Wochenzeitung "Die Kirche".

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