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Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth wünscht sich mehr Zusammenarbeit mit den Gemeinden
(Beitrag vom 21.12.2005)

Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth wünscht sich mehr Zusammenarbeit mit den Gemeinden

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist auf der Suche nach mehr Profil. Bereits seit mehreren Jahren bemüht sich das christliche Hilfswerk seine Verbindung mit der evangelischen Landeskirche und den evangelischen Freikirchen deutlicher zu Tage treten zu lassen. Benjamin Lassiwe sprach darüber mit der Direktorin des Werks, Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth. Das Interview ist der Wochenzeitung "Die Kirche" vom 18. Dezember 2005 entnommen.

Frau Kahl-Passoth, das Diakonische Werk intensiviert seit Jahresfrist seine Arbeit am diakonischen Profil. Was hat sich bis jetzt getan?

Ich habe den Eindruck, dass sich immer mehr Einrichtungen mit diesem Thema beschäftigen. Man setzt sich damit auseinander, dass ein Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht Mitglied einer christlichen Kirche ist. Denn uns ist es wichtig, dass diakonische Einrichtungen ein christliches Profil zeigen, und das geht ja nur, wenn auch die Mitarbeitenden dahinter stehen. Und als Diakonisches Werk versuchen wir, immer stärker auch auf die Gemeinden zuzugehen - denn wir müssen feststellen, dass es vielerorts klare Trennungen zwischen Gemeindeleben und Diakonie gibt.

Was heißt das konkret?

Oft hört man Aussagen wie: "Diakonie, das machen die da in der Diakonie-Station". Oder es gibt Missverständnisse, wie zum Beispiel: "Die Kirche finanziert die Diakonie ja sowieso, also müssen wir uns nicht mehr darum kümmern." Das ist aber nicht so. Wir wollen, dass sich die Gemeinden eingeladen fühlen, sich stärker mit dem Thema Diakonie zu befassen. Denn wir brauchen sie.

Wie kann denn etwa die Zusammenarbeit zwischen einer Gemeinde und einer Diakonie-Station funktionieren?
Zum Beispiel könnte eine Kirchengemeinde einen Besuchsdienst einrichten, der die Patienten der Diakonie-Station aufsucht. Die Angestellten merken ja sehr schnell, wenn jemand einsam ist, haben aber oft nicht die Zeit, dagegen etwas zu machen. Oder man lädt einmal im Jahr alle Pflegebedürftigen der Diakonie-Station zum Gottesdienst ein, holt sie mit dem Auto ab und trinkt anschließend noch gemeinsam Kaffee mit ihnen.

Kommen wir doch noch einmal zu den klassischen Diakonie-Einrichtungen: Heime, Krankenhäuser, Werkstätten. Hier beschränkt sich die Zusammenarbeit oft darauf, dass der örtliche Pfarrer dort einen Predigtauftrag hat.

Und den hat er ja meistens auch nicht mehr... Was aber großen Zulauf hat, ist die Hospizbewegung, wo sich viele Gemeindeglieder engagieren. Da absolviert man eine lange Fortbildung, um dann im Hospiz zu arbeiten. In einer Gemeinde kann man besser erfahren, was Kirche will, als in einer Institution. Man bekommt durch die Gottesdienste und das spirituelle Leben einiges mit, was man als Angestellte in einem Pflegeheim nicht tut. Eine Gemeinde kann ein Lernfeld für Diakonie sein. Und das gilt nicht nur für junge Menschen, sondern auch für die, die schon in unseren Einrichtungen leben. Wir brauchen einen Brückenbau zwischen Gemeinden und Einrichtungen - nur so kann Diakonie gelingen.


Weitere Informationen über die evangelische Wochenzeitung "Die Kirche" gibt es hier.

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz unterhält ein Diakonie-Portal mit umfangreichen Informationen und Hinweisen auf alle Einrichtungen des DWBO.

Foto: DWBO

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