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Christen in Berlin
Aktuelles

"Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach, weil..."
(Beitrag vom 20.01.2006)

Vierzehn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens setzen sich mit eigenen Voten für die Einführung von Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach ein.

Zu den Verfassern der Statements gehören Arnulf Baring, Christine Bergmann, Albrecht Broemme, Günter de Bruyn, Peter Frey, Monika Grütters, Peter Hahne, Wolfgang Schäuble, Bernd Schiphorst, Richard Schröder, Friede Springer, Wolfgang Thierse, Peter Raue und Andreas Troge.

Die Statements werden von dieser Woche in mehreren Berliner Zeitungen veröffentlicht werden. Im Dezember hatten sich bereits fünf frühere Regierende Bürgermeister Berlins für einen gleichberechtigten Religionsunterricht ausgesprochen.

Die Evangelische Kirche fordert gemeinsam mit der Katholischen Kirche und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin einen gleichberechtigten Religionsunterricht im Gegenüber zum Ethikunterricht. Insbesondere dürfe der Staat nach Überzeugung der Kirchen das Verstehen von Religion nicht zum Thema eines solchen Unterrichts machen, ohne die Religionsgemeinschaften gleichberechtigt zu beteiligen. Mit dem Gebot der weltanschaulichen und religiösen Neutralität des Staates sei es nicht vereinbar, wenn in einem schulischen Pflichtfach ohne Abmeldemöglichkeit einer Ethik ohne Religion der Vorrang vor einer Religion aus Ethik gegeben wird, so die Kirchen.

Bereits seit mehr als zehn Jahren können Jugendliche an vielen Berliner Oberschulen im Rahmen eines Schulversuchs den Unterricht in "Ethik/Philosophie" wählen, wenn sie nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Es sei deshalb unverständlich, dass dieses Modell, das wissenschaftlich ausgewertet ist und sich in der Praxis bewährt habe, nicht weiterentwickelt werde, so die Initiatoren.

Die Statements im Wortlaut:

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil die Kenntnis der wichtigsten Wurzel unserer Kultur nötig ist, um einen eigenen Standpunkt zu finden, der lebenslang Halt gibt.
Prof. Dr. Arnulf Baring, Publizist und Historiker

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil Schülerinnen und Schüler sowohl gute Kenntnisse über die eigene Religion als auch über andere Weltreligionen brauchen, um ihre Orientierung im Leben zu finden.
Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin a.D.

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil ich Immanuel Kant folge: "Es ist unmöglich, dass ein Mensch ohne Religion seines Lebens froh werde." Ich wünsche mir fröhliche Kinder, aus denen Erwachsene werden, die frohen Mutes und zuversichtlich sind.
Albrecht Broemme, Landesbranddirektor Berlin

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil die Schüler in die vom Christentum geprägte europäische Kultur hineinwachsen sollen, um sie verstehen und weiterführen zu können.
Günter de Bruyn, Schriftsteller

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil Glauben Vorbilder braucht.
Dr. Peter Frey

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil ich selbst das Gefühl habe, mein Leben auf dem Fundament des christlichen Glaubens aufbauen zu können. Ich wünsche auch anderen Kindern von heute, dass ihnen vorgelebt wird, welche Hoffnung der christliche Glaube – auch an den Grenzen des Lebens – bereithält. Das ist mehr als das sachliche Wissen um verschiedene Religionen.
Prof. Monika Grütters MdB, Literatur- und Kunsthistorikerin

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil Toleranz einen eigenen Standpunkt voraussetzt.
Peter Hahne, stellv. Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil die europäische Geistesgeschichte ohne Kenntnis der christlichen Botschaft den jungen Menschen unverständlich bleibt und es ungeschichtlich und unverantwortlich ist, dieses Angebot nicht zu unterbreiten.
Prof. Dr. Peter Raue, Anwalt und Kunstmäzen

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil Religion eine eigene Dimension menschlichen Lebens ist, die ohne Glauben nicht erschlossen werden kann.
Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil Schülerinnen und Schüler verstehen müssen, dass die christlichen Kirchen Teil unserer Identität sind.
Bernd Schiphorst, Präsident Hertha BSC Berlin

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil dann auch ein islamischer Religionsunterricht möglich wird, der die Kluft zwischen Moschee und Grundgesetz zu überbrücken hilft.
Prof. Dr. Richard Schröder, Publizist und Theologe

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil zur Allgemeinbildung eine gute Kenntnis des Christentums gehört.
Friede Springer, Axel Springer Verlag

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil wir einen bekenntnisbezogenen und bekenntnisbegründeten Unterricht brauchen, der nicht nur religiöses Wissen vermittelt, sondern die Möglichkeit eröffnet, eigene Haltungen und Einstellungen zu erlernen.
Wolfgang Thierse MdB, Bundestagsvizepräsident

Ich bin für Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach an Berliner Schulen, weil ohne Kenntnis der eigenen Religion Vernunft ohne Maßstab wäre und Toleranz zur Beliebigkeit würde.
Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes

Foto: www.ekbo.de (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz)

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