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Kirchenleitung kritisiert Beschluss des Schulausschusses zum Ethikunterricht / Staatliche Schule hat nicht alleinige Deutungshoheit
(Beitrag vom 17.03.2006)

Kirchenleitung kritisiert Beschluss des Schulausschusses zum Ethikunterricht / Staatliche Schule hat nicht alleinige Deutungshoheit

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) kritisiert den Beschluss des Schulausschusses vom 16. März 2006 unter Einschluss der hinzugefügten Protokollnotiz scharf. Entgegen früheren Erklärungen soll nach dem Beschluss des Ausschusses die Form der Kooperation mit den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in dem geplanten Fach Ethik nun in das Belieben der Schulen gestellt werden. Dies unterläuft die von Seiten des Senates immer wieder beschworene Absicht, mit dem Religionsunterricht zu kooperieren. So werden die wiederholten Beteuerungen des Senates und der Berliner SPD, wie wichtig ihnen der Religionsunterricht und die Vermittlung von Kenntnissen über die verschiedenen Religionen sei, völlig in Frage gestellt.

Durch die jetzt auf Antrag der SPD und der PDS erfolgte Veränderung der Vorlage des Schulgesetzes zur Einführung des Faches Ethik bestätigt sich, dass der staatlichen Schule die alleinige Deutungshoheit bei der Religionsvermittlung übertragen werden soll. Dies hatte die PDS noch bei der Anhörung weit von sich gewiesen. Damit hat sich der Ausschuss inhaltlich auf das von der PDS im Vorhinein geäußerte Ziel eingelassen, mit dem Ethikunterricht die Herkunftsreligion der Schülerinnen und Schüler "zu relativieren".

Dies ist nach allen Versprechungen des Senats und der Regierungsparteien sowie der Unterzeichnung des Staat-Kirche-Vertrages durch den Regierenden Bürgermeister, in dem sich beide Seiten einen fairen Umgang miteinander zugesichert haben, eine herbe Ernüchterung.

Die Kirchenleitung ist zugleich über das Verfahren befremdet, da zunächst mit großem Aufwand am 2. März 2006 eine Anhörung zum Schulgesetz durchgeführt wurde, in der Schulleiter und Vertreter der Kirchen die Gründe für die Einrichtung eines Wahlpflichtbereichs vorgetragen haben. In der dann folgenden Auswertung wurde nun ein verschärfter Text eingebracht. Dies nährt den Eindruck, so der Sprecher der EKBO, dass die Anhörung von vornherein nur als Farce geplant war. Die von SPD und PDS veranlasste Protokollnotiz muss nach Auffassung der Kirchenleitung gestrichen werden, wenn die bisher mit dem Gesetzesvorhaben verbundenen Ankündigungen glaubwürdig sein sollen.

Foto: www.ekbo.de

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