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"Zentrum am Hauptbahnhof" der Berliner Stadtmission zieht Zwischenbilanz
(Beitrag vom 08.02.2007)

Es ist ein ehrgeiziges Projekt: 20.000 Quadratmeter Grund und Boden hat die Berliner Stadtmission für ihr "Zentrum am Hauptbahnhof" erworben. Finanziert werden soll das durch Spenden. "Wir haben jetzt rund 1,58 Millionen Euro an Spendengeldern erhalten, das entspricht etwa 3.170 Quadratmetern, die gegenfinanziert sind", sagt Angelika Berger, Leiterin der Abteilung Kommunikation der Berliner Stadtmission. "Und dabei ist besonders erstaunlich, dass wir einen kontinuierlichen Spendenstrom haben."

Denn seit dem ersten Spendenaufruf spendeten rund 2.300 Menschen für das neue Zentrum, das durch die Antrittsrede von Bundespräsident Horst Köhler weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt wurde. Privatpersonen, Politiker und Unternehmer erwarben teilweise gleich mehrere Quadratmeter, Jugendgruppen verkauften Kuchen und Senioren sparten sich zehn Euro von der knappen Rente ab.

"Dabei spenden Menschen für den Kauf von Grund und Boden normalerweise ausgesprochen ungern", sagt Angelika Berger. Seine Spendeneuros investiere man lieber in konkrete Projekte: de auf dem Gelände befindliche Notübernachtung, den Kältebus oder die Krankenstation für Wohnungslose, die im Juli 2006 mit regelmäßigen ambulanten Arztsprechstunden begonnen hat. "Aber wenn die Väter der Berliner Stadtmission nicht konsequent auf Nachhaltigkeit gesetzt und auf den Erwerb von Gebäude und Grundstücke gedrungen hätten, wäre vieles von unserer Arbeit heute nicht möglich", sagt Angelika Berger.

Ein Übergangswohnheim für Wohnungslose, wie es die Stadtmission auf dem Gelände am Hauptbahnhof betreibt, wäre etwa in einem normalen Mietshaus kaum denkbar: "Erst kürzlich wurde bekannt, dass Mieter, in deren Haus eine Beratungsstelle für Hartz-IV-Empfänger einzogen, ihre Mieten um 20 Prozent mindern konnten."

Einen besonderen Synergieeffekt sieht die Berliner Stadtmission in den beiden Gästehäusern auf dem Gelände: Bereits im August 2002 eröffnete man ein Jugendgästehaus, im April 2005 wurde ein weiteres Gebäude auf dem Gelände als preiswerte Unterkunft für Berlinbesucher eingeweiht. Wenn bei uns Reisegruppen ankommen, bieten wir ihnen eine Führung über unser Gelände an", sagt Angelika Berger. "Manche sammeln anschließend in ihren Kirchengemeinde zu Hause für unser Zentrum oder spenden ein paar Euro für den nächsten Quadratmeter."

Auch wirtschaftlich sind die Gästehäuser erfolgreich: die verkehrsgünstige Lage, kaum zehn Fußminuten vom Hauptbahnhof entfernt, hat sich herumgesprochen. In diesem Jahr wird eines der beiden Gästehäuser noch aufgestockt - rund 450 Gästebetten ird es dann auf dem Gelände geben. "Die Einnahmen werden uns helfen, den Betrieb unserer Einrichtungen zu finanzieren und neue diakonische Hilfen anzubieten."

Seit der Eröffnung des Hauptbahnhofs ist die Zahl der Wohnungslosen und Bedürftigen, die auf dem Gelände nach Hilfe fragen, spürbar gestiegen. "Das Personal dort weiß, dass es Menschen in Not jederzeit zu uns schicken kann - und das wird dann in der Regel auch so gemacht", sagt Angelika Berger.

Auch andere Projekte entwickeln sich erfolgreich: die preisgünstige Unterbringung von Studenten in Teilen des Gebäudekomplexes etwa oder die in Gründung befindliche Stadtmissionsgemeinde.

"Mittwochs und freitags besuchen Menschen aus der Umgebung regelmäßig unser Nachbarschaftscafé, manche kommen zum Gottesdienst", sagt Angelika Berger. "Und auch wenn wir sicher noch mehr als 15 Jahre für das Zentrum sammeln werden - wir spüren, dass unsere Standortentscheidung richtig war. Zum Gottesdienst am Heiligabend, den die Stadtmission im Hauptbahnhof gestaltete, kamen 600 Besucher. Jetzt wünscht sich die Bahn eine Osternacht von uns."

Benjamin Lassiwe

Der Beitrag erschien zuerst in der Wochenzeitung Die Kirche (Ausgabe Nr.3 vom 21. Januar 2007)


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