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Christen in Berlin
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1. November: Berliner Kältehilfeprojekte öffnen ihre Türen für obdachlose Menschen
(Beitrag vom 28.10.2009)

1. November: Berliner Kältehilfeprojekte öffnen ihre Türen für obdachlose Menschen

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Menschen, die keine Bleibe haben, erhalten in den über die ganze Stadt verteilten Projekten der "Berliner Kältehilfe" einen Platz für die Nacht.

Dieses Angebot ist ein in Deutschland einmaliges Programm, das vor 20 Jahren, 1989 mit einem Aufruf von Diakonie und Caritas an die Kirchengemeinden begann mit der Bitte, Obdachlose während der Wintermonate zu unterstützen. Dem Aufruf folgten damals vier Kirchengemeinden, sie richteten Notübernachtungen für Obdachlose ein und der Berliner Senat stellte Finanzmittel zur Verfügung.

Heute engagieren sich in der Kältehilfe 34 Kirchengemeinden und ebenso so viele Verbände, Vereine und Initiativen mit eigenen Angeboten wie z. B. Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafes, Suppenküchen, Treffpunkten.

Ziel ist es, durch ein niedrigschwelliges Netz vielfältiger Angebote zu verhindern, dass Obdachlose in der kalten Jahreszeit körperlich zu Schaden kommen oder sogar erfrieren. Das ist auch im letzten Winter weitgehend gelungen. Darüber hinaus wird versucht Obdachlose gezielt in
weitergehende Hilfen der Integration zu vermitteln. Auch das ist 2008/2009 in einer erheblichen Zahl von Fällen gelungen.

Aktuelle Saison 2009/2010

In diesem Jahr stehen wieder voraussichtlich täglich zwischen 300 bis 400 Übernachtungsplätze in Notübernachtungen und Nachtcafes zur Verfügung. Hinzu kommen noch Wärmestuben, Suppenküchen, ärztliche Versorgung und andere Anlaufstellen. Im gesamten Stadtgebiet sind über 70 Kirchengemeinden und Einrichtungen von Caritas und Diakonie, aber auch der weiteren Wohlfahrtsverbände, in das differenzierte Netz der Kältehilfe eingebunden.

Die Finanzierung der Kältehilfe, die im Wesentlichen durch Eigenmittel der Träger, durch Zuwendungen der Bezirksämter, des Senates und durch Spenden gesichert wird, ist in den
letzten Jahren immer schwieriger geworden. Die Arbeit ist von Kürzungen bedroht.

Europa kommt zur Wohnungslosenhilfe

Der Anteil der EU-Bürgerinnen und Bürger sowie Drittstaatsangehörigen, die in den niedrigschwelligen Diensten der Wohnungslosenhilfe Unterstützung suchen, hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Waren es 2006 noch 11,3 Prozent so waren es 2008 bereits 12,6 Prozent aller Hilfesuchenden, ca. 1.400 Menschen.

Auch Arbeitsmigration und Binnenwanderung innerhalb der EU sind mit sozialen Risiken verbunden. Immer wieder geraten Menschen mit Migrationshintergrund in prekäre Lebenssituationen. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl im „grenzenlosen“ Europa in den nächsten Jahren weiterhin
einen nicht unerheblichen Anteil einnehmen wird. Deutschland schließt einen Großteil der EU-Bürgerinnen und Bürger aber von jeglichen Fürsorgeleistungen und Sozialhilfe aus. Das bedeutet, dass diese Menschen in ihrer Not Hilfe in den Projekten der Kältehilfe suchen. Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände werden niemanden abweisen, der in einer existenziellen Notlage um Hilfe bittet, schon gar nicht in den Wintermonaten. Dies stellt eine große Herausforderung für die Einrichtungen dar.

Nach wie vor gehen wir in Berlin von einer Zahl von 10.000 wohnungslosen Menschen aus. Davon sind ca. 5000 in Obdachlosenunterkünften oder Billigpensionen untergebracht und ca. 2000 befinden sich in qualifizierter Betreuung, sie leben in Wohngemeinschaften, Heimen und Übergangswohnungen. Zu der Zahl der untergebrachten Wohnungslosen kommt noch eine Dunkelziffer von Obdachlosen und Wohnungslosen, offizielle Schätzungen sprechen noch einmal von 2.000 bis 4.000 Menschen.

Mehr über die Kältehilfe und die speziellen Angebote finden Sie im Internet unter www.kaeltehilfe-berlin.de

Foto: Kältebus der Berliner Stadtmission

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