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"Kältehilfe" rechnet mit steigender Zahl an Wohnungslosen / Kältebus startet seine 5-monatige Rettungstour
(Beitrag vom 01.11.2011)

Heute startet wieder die alljährliche Berliner Kältehilfesaison. Die „Berliner Kältehilfe" ist ein in Deutschland einmaliges Programm, das 1989 von Berliner Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden und von der Senatsverwaltung (damals Gesundheit und Soziales) ins Leben gerufen wurde, um obdachlosen Menschen eine unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit während der kalten Jahreszeit anzubieten.

Wie auch in den vergangenen Jahren bieten zahlreiche Einrichtungen aus dem kirchlichen und karitativen Bereich obdachlosen Menschen Hilfe und Unterkunft an. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Wohnungslosen wieder an. Messbar war das an den steigenden Zahlen der Übernachtungen in den Einrichtungen.

Für diesen Winter prognostiziert die Kältehilfe abermals eine erhebliche Nachfragesteigerung der Übernachtungsplätze für Wohnungslose. Ein Grund ist unter anderem die aktuelle Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Laut Mietpreisspiegel sind die Mieten für kleine Wohnungen um bis zu 14,8 Prozent angestiegen. Und durchschnittlich sind 3.500 Berliner Wohnungen durch Abriss, Umwidmung und Zweckentfremdung dem Mietwohnungsmarkt verloren gegangen. Geringverdiener und Menschen ohne Einkommen finden keinen bezahlbaren Wohnraum oder sind vom Wohnungsverlust bedroht.

62.300 Übernachtungen leisteten die Einrichtungen der Kältehilfe in der vergangenen Saison. Mit der Berliner Senatsverwaltung hat man versucht dem steigenden Bedarf zu begegnen. Es wurden mehr Plätze geschaffen, gleichzeitig wurden aber auch Angebote eingestellt. So dass festgestellt werden muss, vor dem Hintergrund der Zahlen vom vergangenen Jahr: Berlinweit sind insgesamt täglich mindestens 39 Notübernachtungsplätze zu wenig vorhanden. Konkret bedeutet das ca. 5.900 Übernachtungen weniger. Besonders kritisch wird es auch durch die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren ein jährlicher Nachfragezuwachs von 5.000 bis 6.000 Übernachtungen zu verzeichnen war.

Die Träger der Kältehilfeeinrichtungen, die Wohlfahrtsverbände und die Landesarmutskonferenz stellen mit großer Besorgnis fest, dass Berlin in dieser Saison demnach mindestens 79 Plätze für insgesamt 11.000 Übernachtungen in der Saison 2011/2012 fehlen werden.

Susanne Kahl-Passoth, Direktorin des Diakonischen Werkes fordert daher die Entscheidungsträger im Senat auf: „Der Winter wird hart. Das Land Berlin und auch die Bezirke müssen dringend die Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannen. Das ist auch ein Thema für die Koalitionsverhandlungen. Wir laufen sonst Gefahr, dass immer größere Bevölkerungsgruppen in Wohnungsnot kommen und wir immer mehr arme Rentner, Harzt IV-Empfänger und Familien in den Notübernachtungsstellen finden. Es muss eine tragfähige Lösung entwickelt werden. Das ist uns mit dem Start der Kältehilfe 1989 schon einmal gelungen. Zusammen kann uns das auch in den kommenden Jahren gelingen.“

Mehr über die speziellen Angebote der Kältehilfe finden Sie im Internet unter: www.kaeltehilfe-berlin.de

Foto: Berliner Stadtmission

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