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Vergangenheit und aktuelle Situation der Armenisch-Apostolischen Kirche
(Beitrag vom 18.11.2011)

Vergangenheit und aktuelle Situation der Armenisch-Apostolischen Kirche

Auf Einladung des Evangelischen Instituts für Kirchenrecht und des Kanonischen Instituts an der Universität Potsdam referiert Professor Hacik Rafi Gazer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema "Vergangenheit und aktuelle Situation der Armenisch-Apostolischen Kirche im Orient und in der weltweiten Diaspora".

Der Vortrag am Donnerstag, dem 8. Dezember 2011, um 19 Uhr im Raum H 0.06 des Hauses 1 am Universitätsstandort Potsdam-Griebnitzsee findet im Rahmen der Reihe „Einführung in das orientalische Christentum“ statt.

Der christliche Glaube hat in Armenien eine lange Geschichte: Der Überlieferung nach wurde er schon im ersten Jahrhundert durch die Apostel Thaddäus und Bartholomäus nach Armenien gebracht. Die intensive Missionstätigkeit des Heiligen Gregors „des Erleuchters“ im dritten Jahrhundert führte schließlich zur Bekehrung von König Tiridates III., der das Christentum im Jahre 301 zur Staatsreligion erklärte und Armenien so zum ersten christlichen Staat der Welt machte.

Die Lage Armeniens an der Grenze zwischen Römischem und Persischem Reich führte in den folgenden Jahrhunderten immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen und begünstigte auch die Ablehnung des Konzils von Chalkedon und damit den Bruch mit der byzantinischen Orthodoxie.

Nach der Eroberung Armeniens durch die Seldschuken wurde im Süden Kleinasiens im Jahre 1080 das armenische Königreich von Kilikien gegründet. Die Eroberung dieses Reiches durch die Mamluken im Jahre 1375 setzte der armenischen Eigenstaatlichkeit ein vorläufiges Ende.

In den folgenden Jahrhunderten der Fremdherrschaft war die Armenisch-Apostolische Kirche die entscheidende Institution für die Bewahrung der armenischen Identität und Kultur. Das Leben in der Diaspora im gesamten Vorderen Orient führte allerdings auch zur Herausbildung mehrerer kirchlicher Jurisdiktionen, von denen bis heute zwei Katholikate und zwei Patriarchate überlebt haben.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts begann die leidvollste Periode in der Geschichte des armenischen Volkes. Der wachsende türkische Nationalismus und militärische Verluste des untergehenden Osmanischen Reich bewirkten eine zunehmend feindliche Stimmung gegenüber den Armeniern, die sich in Pogromen und schließlich im Genozid von 1915/1916 entlud. Die daraufhin einsetzende Emigration der meisten Armenier aus ihren angestammten Siedlungsgebieten führte zur Gründung von Diasporagemeinden auf allen Kontinenten.

Der östlichste Teil Armeniens wurde nach 1920 Teil der Sowjetunion. Die Kirche litt in den folgenden Jahrzehnten unter mehr oder minder starken Repressionen. Im Jahre 1991 wurde Armenien ein unabhängiger Staat und die Armenisch-Apostolische Kirche konnte sich reorganisieren.

8. Dezember 2011, 19 Uhr, Universitätsstandort Potsdam-Griebnitzsee, Haus 1, Raum H 0.06

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