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Christen in Berlin
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Karfreitagsprozession des Evangelischen Kirchenkreises in Berlin-Mitte
(Beitrag vom 25.03.2013)

Karfreitagsprozession des Evangelischen Kirchenkreises in Berlin-Mitte

Am 29. März 2013 um 11 Uhr findet in Berlin-Mitte wieder eine Karfreitagsprozession statt. Veranstaltet wird die Prozession vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte. Bischof Markus Dröge und die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein werden ebenso daran teilnehmen wie zahlreiche Glaubensgeschwister aus der Ökumene.

In diesem Jahr steht die Karfreitagsprozession im Zeichen des berlinweiten Themenjahres "Zerstörte Vielfalt". Im Rahmen des Themenjahres setzt sich die Stadt Berlin mit den fatalen Auswirkungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auf die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt der Stadt nach 1933 auseinander.

"Wir sehen die Karfreitagsprozession in diesem Erinnerungsjahr vor allem als Bußgang für uns Christen. Auch wir haben dadurch Schuld auf uns geladen, dass Etliche keinen Widerstand geleistet haben", so Superintendent Bertold Höcker. So wird an der St. Marienkirche daran erinnert, dass hier nationalsozialistisch gesinnte Christen nur wenige Tage nach der Machtübergabe im Februar 1933 einen Dankgottesdienst feierten. An der Ruine der Petrikirche ist Probst Walter Hoff Thema des Erinnerungstextes: Der NS-Pfarrer rühmte sich dafür, dass er „in Sowjetrussland eine erhebliche Anzahl von Juden, nämlich viele Hunderte, habe liquidieren helfen“. Auch an Menschen, die wegen ihrer religiösen, sozialen oder sexuellen Identität Verfolgung und Leiden ausgesetzt waren und sind, soll gedacht werden.

Die Prozession beginnt um 11 Uhr im Berliner Dom: Nach Abschluss des Gottesdienstes werden Superintendent Höcker und Dompredigerin Petra Zimmermann das auf den Altarstufen des Domes liegende Kreuz zusammen mit Generalsuperintendentin Trautwein aus der Kirche hinaustragen. Um 11 Uhr zieht die Prozession vom Dom aus zu sechs Erinnerungsorten, unter anderem zum Bebelplatz mit dem Mahnmal zur Bücherverbrennung.

An jedem der sieben Erinnerungsorte werden Abschnitte der Leidensgeschichte Jesu vorgetragen und an die Geschichte der jeweiligen Orte erinnert.

Die Prozession ist eine Schweige-Prozession. Das Schweigen symbolisiert Solidarität mit dem Schmerz und dem Leiden Christi. Die Klanghölzer als Ersatz für Musik geben dem Schrecken Ausdruck. Auch damit knüpft die Berliner Karfreitagsprozession an eine in vielen Jahrhunderten gewachsene Tradition an.

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