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"gut zu (er)tragen?": eine Kampagne der Micha-Initiative für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie
(Beitrag vom 22.08.2014)

Die Micha-Initiative, eine globale Bewegung, die sich als christliche Antwort auf die Milleniumsziele der Vereinten Nationen versteht, will sich mit der Kampagne „gut zu (er)tragen?“ im September und Oktober 2014 für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzen. Höhepunkt ist eine Aktionswoche vom 13. bis 19. Oktober 2014, die deutschlandweit mit besonderen Gottesdiensten zum „Micha-Sonntag“ endet.

Gemeinden und Gruppen sind eingeladen sich zu beteiligen. So sollen die Bundestagsabgeordneten in ihrem Wahlkreis im direkten Gespräch oder per Email für ein „Manifest für menschenwürdige Arbeit“ gewonnen werden. Darüber hinaus wird es die Aktion „GesprächsStoff“ geben, bei der es darum geht, im Alltag mit anderen Menschen über die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ins Gespräch zu kommen. Zudem werden Gemeinden ermutigt, während der Aktionswoche im Oktober eigene Veranstaltungen wie Informationsabende, Kleidertauschpartys, Filmabende oder Themengottesdienste zu veranstalten. Dabei soll es auch um die Frage gehen, welche Möglichkeiten man als Konsument beim Kauf von Kleidung hat.

Neben niedrigen Löhnen, die etwa für die meisten Näherinnen und Näher in Asien nur knapp zum Überleben reichen, herrschen bei Textilien an vielen Stellen der Produktionskette problematische Arbeitsbedingungen vor. So sind zum Beispiel die gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Baumwollanbaus gravierend. Bei keinem anderen landwirtschaftlichen Produkt werden so viele Chemikalien eingesetzt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich infolge des Baumwollanbau mehr als 20.000 Menschen an Pestizidvergiftungen. Viele Näherinnen und Näher in Bangladesch arbeiten immer wieder in 90-Stunden-Wochen. Des Weiteren sind viele Fabrikgebäude baulich nur mangelhaft gesichert. Dies wurde dramatisch deutlich, als am 24. April 2013 das Fabrikgebäude „Rana Plaza“ in Bangladesch einstürzte und 1.130 Menschen starben. Zwar haben seitdem einige europäische Modemarken, die in Bangladesch produzieren, ein Brandschutzabkommen verabschiedet und einen Hilfsfond für Geschädigte und Hinterbliebene des Einsturzes eingerichtet. Aber die Umsetzung vieler Ankündigungen steht noch aus.

Die Micha-Initiative unterstützt daher politische Forderungen der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ nach menschenwürdiger Arbeit in allen Sektoren, die im „Manifest für menschenwürdige Arbeit“ zusammengefasst sind. Dabei geht es unter anderem um die Erarbeitung eines deutschen Aktionsplanes zu Wirtschaft und Menschenrechten, der auch von deutschen Herstellern wirksamere Transparenz- und Rechenschaftspflichten fordert. Aber auch Existenz sichernde Löhne weltweit und die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards werden eingefordert. Der Bibelvers „Einer trage des anderen Last“ (Galater 6,2) wird bei der Kampagne „gut zu (er)tragen?“ besonders im Mittelpunkt stehen, um darauf hinzuweisen, das sich beim Thema Kleidung etwas an der weltweit ungerechten Verteilung der Lasten ändern muss.

Die Micha-Initiative ist eine globale Bewegung, die sich als christliche Antwort auf die Milleniumsziele der Vereinten Nationen versteht. Diese Ziele sehen unter anderem vor, zwischen 1990 und 2015 weltweit extreme Armut zu halbieren, aber auch menschenwürdigere Arbeitsbedingungen zu schaffen. In Deutschland wird die Micha-Initiative von der Deutschen Evangelischen Allianz getragen und von mehr als 40 christlichen Hilfs- und Missionswerken unterstützt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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