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Lernen vom Wandel in Europa: Internationaler Bischofsrat der Methodisten tagt in Berlin
(Beitrag vom 22.04.2015)

Lernen vom Wandel in Europa: Internationaler Bischofsrat der Methodisten tagt in Berlin

Erstmals tagt der Internationale Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Europa. Ab 1. Mai treffen sich rund 100 methodistische Bischöfe und Bischöfinnen aus Afrika, Asien, Nordamerika und Europa für eine Woche in Berlin.

„Berlin steht als Symbol für Einigung und Versöhnung nach einer Zeit der Teilung und des Leidens“, erklärt Bischof Peter Weaver, Leiter des Büros des Bischofsrats, zur Wahl des Tagungsorts. Darüber hinaus sei Europa als Region bedeutsam, weil Methodisten dort eine „lange und reiche Geschichte in missionarischer Arbeit haben“. Hauptthemen der Tagung sind die weltweite Förderung und Entwicklung lebendiger Gemeinden und die Frage, wie die Bischöfe angesichts vieler kirchlicher Herausforderungen die Einheit der Kirche unterstützen und bewahren können. Zudem wird die EmK-Generalkonferenz geplant, die nächstes Jahr in Portland (Bundesstaat Oregon, USA) tagt. Dieses für die Leitung der weltweiten Kirche zuständige Kirchenparlament wird sich unter anderem mit Gemeindegründung und Gemeindeentwicklung sowie mit Fragen globaler Gesundheitsprogramme und Armutsbekämpfung beschäftigen.

Berlin ist auch in den Augen von Bischöfin Rosemarie Wenner der ideale Tagungsort für diese Beratungen. „Deutschland und die Menschen in Europa haben viel Grund zur Freude über die Veränderungen nach dem Fall der Mauer, und gleichzeitig wissen wir, dass damit auch große Herausforderungen verbunden sind“, betonte die für Deutschland zuständige EmK-Bischöfin und Gastgeberin der Bischofsratstagung. Gerade die europäischen Bischöfe könnten Erfahrungen aus Veränderungsprozessen in die Beratungen des Bischofsrats einbringen. Angesichts kontroverser Themen um Homosexualität sowie des in den USA und weltweit vielerorts aufflammenden Rassismus‘ und der Herausforderungen einer weltweit agierenden Kirche seien die Erfahrungen aus Europa und besonders aus Deutschland nach der Überwindung der Teilung „sehr bedeutsam“. „Hier, mitten in Europa, können wir als internationale Kirche der Frage nachgehen, was wir vom raschen Wandel vor 25 Jahren für unsere sich im Wandel befindliche Kirche lernen können“, erklärte Wenner. Außerdem wollten die internationalen Bischofskollegen auch erfahren, wie Kirchengemeinden in eine säkularisierte Gesellschaft hineinwirken könnten.

Öffentliche Höhepunkte während der Bischofsratstagung sind der Gottesdienst mit ökumenischen Gästen zur Eröffnung der Tagung am 1. Mai in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die Aufführung des Musicals „Ride! Ride!“ am Samstagabend (2. Mai) in der EmK-Kreuzkirche in Berlin-Lankwitz. Unter der Gesamtleitung von Christoph Klaiber, EmK-Pastor aus Pfullingen (Baden Württemberg), gibt dieses Musical an Hand einer wahren Begebenheit Einblick in die Anfänge der methodistischen Bewegung in England im 18. Jahrhundert. Im Anschluss an die Tagung begibt sich eine Delegation des Rates auf Geschichtstour nach Herrnhut und Wittenberg, während eine andere Gruppe die Arbeit des evangelisch-methodistischen Diakoniewerks Martha-Maria mit Besuchen von Einrichtungen in Freudenstadt, Hohenschwangau, München und Nürnberg kennenlernen wird.

Weltweit hat die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) 12 Millionen Kirchenglieder, davon 7,7 Millionen in den USA, 4,2 Millionen in Afrika, 145.000 auf den Philippinen und 64.000 in Europa und Eurasien, davon sind in Deutschland rund 32.000 Kirchgenglieder und weitere 21.000 Kirchenangehörige. Organisiert sind die Regionen weltweit in 66 Bischofssprengeln, davon 46 in den USA und 20 in Afrika, den Philippinen und in Europa. Die vier europäischen Bischofssprengel sind: Deutschland (Bischöfin Rosemarie Wenner mit Sitz in Frankfurt am Main), Mittel- und Südeuropa, Nordeuropa und Eurasia.

Foto: John Wesley (1703-1791), englischer Erweckungsprediger und Begründer der methodistischen Bewegung. Er kämpfte im 18. Jahrhundert für die Abschaffung der Sklaverei

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