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Kältehilfe der Berliner Stadtmission startet am 1. November: Hohe Zahlen obdachloser Gäste erwartet
(Beitrag vom 30.10.2015)

Kältehilfe der Berliner Stadtmission startet am 1. November: Hohe Zahlen obdachloser Gäste erwartet

Berliner Stadtmission startet ihre Kältehilfe am 1. November. Zwei Kältebusse, drei Kälte-Notübernachtungen und ein Nachtcafé der Berliner Stadtmission sollen Kältetote in Berlin verhindern. Ein neuer Rekord wird bei den Übernachtungszahlen angesichts der aktuellen Herausforderungen erwartet. Schon im letzten Winter hat die Berliner Stadtmission mehr als die Hälfte aller Übernachtungen Obdachloser geleistet, 43.760 von insgesamt 80.000 in Berlin. Jede einzelne Übernachtung, es kamen 3.246 verschiedene Gäste, bedeutet: Es kommen Menschen in Not, die Essen, Trinken, medizinische Versorgung, eine sichere Nacht und menschliche Zuwendung brauchen.

Flüchtlinge mit und ohne Aussicht auf Asyl

Durch anhaltend hohe Zahlen von Menschen, die in Berlin Zuflucht vor Krieg und Vertreibung suchen, werden auch Menschen aus den Westbalkanländern vor den Kälte-Notübernachtungen um Einlass bitten. Sie haben keinen Anspruch auf Unterbringung in einer Flüchtlingsunterkunft, denn ihre Herkunftsländer gelten als sicher. Flüchtlinge mit weißen Bändern, ausgegeben vom LAGESO, werden nach Rücksprache mit dem „Landesweiten Koordinierungsstab für Flüchtlinge“ (LKF) abgeholt und in Notunterkünfte für Flüchtlinge gebracht. Die Berliner Stadtmission nimmt keine Ausweiskontrolle vor in ihren Kälte-Notübernachtungen, viele Obdachlose haben sowieso keine Papiere. Für alle Beteiligten wird eine enorme Kraftanstrengung erwartet.

Stadtmission bietet neu eigenes Pflegezimmer für Obdachlose

Wer in Berlin als obdachloser Mensch krank ist, im Rollstuhl sitzt, Läuse oder Krätze hat oder alkoholisiert ist, hat außer bei der Berliner Stadtmission kaum eine Chance unterzukommen. Insbesondere die Notlage für schwer kranke Obdachlose ist erdrückend. Schon letzten Winter verzeichnete die Stadtmission einen Zuwachs um 40 Prozent. Rollstuhlfahrer benötigen einen besonders hohen Pflegeaufwand. Es geht um Hygiene und Pflege, dazu gehört Duschen, Windeln anlegen, Wunden versorgen, trösten und einen Schlafplatz anbieten, der für besondere Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern angelegt ist.

Die Berliner Stadtmission handelt und richtet ein eigenes Pflegezimmer ein, in dem vier Betten auch tagsüber medizinische Versorgung und Verpflegung sicherstellen. Obdachlose Patienten können von einem Tag bis zu zwei Wochen bleiben. Die Belegung erfolgt ausschließlich über die Ärzte vor Ort. Die Pflegezimmer sollen Mitte November einsatzbereit sein und sind laut jetziger Planung voraussichtlich bis zum Ende der Kältehilfe befristet.

Drei Notübernachtungen und ein Nachtcafé mit insgesamt 283 Plätzen – Pilotprojekt Traglufthalle

Die Notübernachtung in der Lehrter Straße ist für viele verzweifelte Obdachlose die einzige Möglichkeit, eine sichere Schlafstätte und medizinische Versorgung zu erhalten. Auch Wohnungslose mit einem Hund sind willkommen. Die Notübernachtung in der Nähe vom Hauptbahnhof ist auch wegen der guten Anbindung ein Heimathafen für alle, die nirgendwo aufgenommen wurden. Die Berliner Stadtmission bietet neben der großen Kälte-Notübernachtung in der Lehrter Straße zwei weitere Notübernachtungen an. Eine mit 42 Plätzen in Reinickendorf und 100 Plätze in Friedrichshain in einer Traglufthalle, genannt „Halle-Luja“. Die Traglufthalle ist inzwischen ein anerkanntes Modellprojekt, das die Berliner Stadtmission vor zwei Jahren entwickelt hat. Weitere 20 Plätze finden Obdachlose im Nachtcafé der City-Station, in einer Seitenstraße vom Kurfürstendamm.

Zwei Kältebusse im Einsatz

In seinem 21. Winter ist der Kältebus der Berliner Stadtmission wieder in jeder Nacht unterwegs auf der Suche nach denen, die kein Zuhause und keine Unterkunft haben. Ein zweiter Kältebus unterstützt die Arbeit. Neben dem Transport von Hilfebedürften steht die Versorgung derer, die lieber für sich bleiben wollen, im Mittelpunkt des Dienstes von Kältebusfahrer Tobias Hanßmann und seinem Team. Bei Bedarf gibt er neben Kaffee oder Tee auch einen warmen Schlafsack weiter. Dies ist möglich, da wir auch in diesem Jahr durch viele großzügige Spender unterstützt werden.

Ein wichtiger Auftrag der Kältebus-Mitarbeitenden ist es, sich genügend Zeit für die persönliche Ansprache zu nehmen. Viele der Menschen, die besucht werden, haben kaum Kontakte zu anderen und sind komplett ausgegrenzt. Die Mitarbeitenden vom Kältebus sind häufig die einzigen Helfer, die sie zu Gesicht bekommen. „Die Menschen so annehmen, wie sie sind“, das ist die Mission der Berliner Stadtmission.

Auch die Polizei nutzt den Kältebus und ruft ihn an, um auf hilflose Personen aufmerksam zu machen. Neu war schon im letzten Winter, dass es sich dabei immer wieder auch um „gestrandete Flüchtlinge“ handelte, die mitten in der Nacht nicht wussten, wo sie Hilfe finden können.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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